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Titelaufnahme

Titel
Essays on Legal Cartels / eingereicht von Nikolaus Fink
VerfasserFink, Nikolaus
Begutachter / BegutachterinZulehner, Christine ; Hackl, Franz
ErschienenLinz, Februar 2016
Umfang14 Blätter : Illustrationen
HochschulschriftUniversität Linz, Univ., Dissertation, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in deutscher Sprache
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Kartell / Kollusion / Zuckerindustrie / Lagerhaltung / Antitrust / Zementindustrie / Oligopol / Wettbewerbspolitik / Deregulierung / Kartellregister
Schlagwörter (EN)cartel / collusion / sugar industry / storage / antitrust / cement industry / oligopoly /
Schlagwörter (GND)Zuckerindustrie / Zementindustrie / Kartellbildung / Abgestimmtes Verhalten / Lagerhaltung / Wettbewerbspolitik / Oligopol / Deregulierung / Kartell
URNurn:nbn:at:at-ubl:1-8025 Persistent Identifier (URN)
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Essays on Legal Cartels [1.94 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Bei der vorgelegten Arbeit handelt es um eine kumulative Dissertation, deren einzelne Teile den inneren Aufbau oder die Auswirkungen von legalen Kartellen untersuchen. Kapitel 2 behandelt das legale Zuckerkartell in Österreich-Ungarn in der Zeit von 1891-1914. Ich untersuche die Kartellbildung vor 1891, die durch die Einführung einer Mengensteuer ermöglicht wurde. Das Kartell begann mit einfachen Jahresquoten und lernte - trotz zwischenzeitlicher Zusammenbrüche - mit Lagerhaltungsnachfrage, Markteintritten, internen Koordinationsproblemen und einem verringerten Importschutz umzugehen. Detaillierte qualitative Informationen zur inneren Arbeitsweise und Preise, Opportunitätskosten und Verkaufsdaten auf monatlicher Basis werden dazu erörtert und der Erfolg des Kartell in den verschiedenen Entwicklungsstufen wird abgeschätzt. Kapitel 3 und Kapitel 4 entstanden in Zusammenarbeit mit Philipp Schmidt-Dengler, Konrad Stahl und Christine Zulehner. Registrierte Kartelle waren in Österreich bis zum EU Beitritt 1995 größtenteils legal. Das Archivmaterial über die registrierten horizontalen Kartelle wird untersucht, um über deren inneren Aufbau zu lernen. Kapitel 3 beschreibt im Detail das Verfahren zur Kodierung der Klauseln und anderer Daten aus den gescannten Kartellverträgen. Im Kapitel 4 wird eine Inhaltsanalyse der rechtlich verbindlichen Kartellverträge gemacht. Unterschiedliche Methoden der Kollusion werden ausgehend von Stigler (1964) umfassend beschrieben. Quotenkartelle verfügen über ein regelmäßiges Berichtswesen und Kompensationsmechanismen für Abweichungen von den vereinbarten Quoten. Spezialisierungskartelle teilen Märkte auf und verfügen am Wenigsten oft über einen internen Informationaustausch oder Strafbestimmungen. Preis- und Zahlungskonditionenkartelle versuchen den geheimen Preiswettbewerb zu verhindern. Sie enthalten oft eine Auskunftspflicht bei Nachfrage, erlauben Entscheidungen nach dem Ermessen und verfügen über unmittelbare Strafbestimmungen. Diese empirisch beobachteten Regelmäßigkeiten der Vertragsausgestaltungen legen nahe, dass die Möglichkeit, rechtlich verbindliche Verträge niederzuschreiben, genutzt wurde, um die bekannten Schwierigkeiten in der Aufrechterhaltung von Kollusion zu lösen. Kapitel 5 untersucht die Rolle der Sozialpartnerschaft im Verfahren zur Registrierung der Kartelle. Es wird untersucht, ob die Sozialpartner ihre Befugnisse als Verfahrensparteien genutzt haben und Untersuchungen beantragt haben, um den Schaden der Kartelle zu begrenzen. Kapitel 6 behandelt das österreichische, registrierte Zementkartell und dessen Deregulierung durch den EU-Beitritt 1995. Auf Basis von aggregierten, industrieweiten Daten zu Umsätzen, Kosten, Beschäftigung und der Industriestruktur wird gezeigt, dass die Liberalisierung die durchschnittlichen Preise, die Gewinne und die Beschäftigung verringerte und zu Marktaustritten führte. Allerdings gab es einen markanten Anstieg der Listenpreise für Zementsäcke. Dieser Anstieg hat auch die Angemessenheit mehrere Preisindizes negativ beeinflusst.

Zusammenfassung (Englisch)

The following thesis is a compilation of several papers that analyze the inner workings and the effects of legal cartels. Chapter 2 studies the legal sugar cartel in Austria-Hungary in 1891-1914. I analyze the cartel formation prior to 1891 that was enabled by an excise tax. The cartel started with simple annual quotas and-despite breakdowns-learned to adapt to inventory demand, entry, internal coordination problems and lowered import protection. Detailed qualitative evidence on the inner workings and prices, opportunity costs and sales data on a monthly basis are discussed. The success of the cartel at subsequent stages is evaluated. Chapter 3 and chapter 4 are joint work with Philipp Schmidt-Dengler, Konrad Stahl and Christine Zulehner. Cartels were legal to a large extent in Austria until the country's EU accession in 1995. We examine archival material on registered horizontal cartels to learn about their inner working. Chapter 3 presents the detailed procedure of coding the data from the scanned documents. In chapter 4, we apply content analysis to legally binding cartel contracts and we comprehensively document different collusion methods along the lines described by Stigler (1964). Quota cartels employ regular reporting schemes and use compensation mechanisms for departures from set quotas. Specialization cartels divide markets and rely the least on information exchange and punishment. Price and payment condition cartels primarily aim to prevent secret price cuts, requiring information provision upon request, allow for discretionary decision-taking and (sometimes immediate) punishment. These stylized facts on the contractual arrangements suggest that the possibility to write legally binding agreements was employed to address the usual obstacles to sustaining collusion. Chapter 5 evaluates the role of social partnership during the cartel registration proceedings. I analyze whether social partners used their powers as parties of the proceedings and requested a review in order to limit damaging cartels. Chapter 6 studies the Austrian registered cement cartel and its deregulation when Austria acceded the European Union in 1995. Based on aggregate data on revenues, cost, employment and industry structure, I find that the liberalization reduced average prices, profits, employment and led to exit. However, consumer list prices for cement bags increased markedly and negatively affected the accuracy of several price indices.