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Titelaufnahme

Titel
Die österreichische Bauernschaft zwischen Katholizismus und Liberalismus? : Agrarhistorische Untersuchungen in Anlehnung an die päpstlichen Enzykliken Mater et Magistra (1961) und Laborem exercens (1981) / eingereicht von Veronika Sevcik, BA MSc
VerfasserSevcik, Veronika
Begutachter / BegutachterinGräser, Marcus
ErschienenLinz, 2017
Umfang128 Blätter
HochschulschriftUniversität Linz, Masterarbeit, 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Bauern / Landwirtschaft / Katholizismus / Liberalismus / Agrargeschichte/ Agrarsoziologie / Enzyklika / christliche Werte / katholische Soziallehre /1961 / 1981 / 20. Jahrhundert / Österreich
Schlagwörter (EN)farmer / peasantry / agriculture / catholicism / liberalism / encyclicals / 1961 / 1981 / 20th century / Austria
URNurn:nbn:at:at-ubl:1-16055 Persistent Identifier (URN)
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Die österreichische Bauernschaft zwischen Katholizismus und Liberalismus? [1.03 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Drei doch recht unterschiedliche Systeme, die sich teilweise über viele Jahrhunderte gefestigt und sich über ihre Höhepunkte hinaus entwickelt haben, stehen sich in ihren Positionierungs-bestrebungen gegenüber: Kirche, Bauerntum und Liberalismus. Welches von ihnen wird den größten Einfluss auf die österreichische Gesellschaft geltend machen und unabhängig seiner Vorgeschichte die tiefsten Spuren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hinterlassen? Werden sich Landwirtschaft und Bauerntum in neue Abhängigkeiten begeben oder völlig andere, autonome Wege gehen? Werden sie von ihrem althergebrachten Glauben und ihrer Religion stärker als vom überbordenden, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Liberalismus gelenkt und verlockt doch die kapitalistische Profitmaximierung? Wie weit finden Katholizismus und Liberalismus innerhalb der Gruppe der Bauern nebeneinander Platz oder was verdrängt was? Es sollen die Ausnahmen nicht übersehen, aber dennoch die bestimmenden Trends aufgegriffen werden. Anhand der Analyse zweier päpstlichen Enzykliken soll die Einstellung der römisch-katholischen Kirche zum Liberalismus und zur Landwirtschaft und ihren Menschen erörtert werden.

Was verlangt die Kirche zudem den Bauern in drei Detailbereichen ab: Welchen Stellenwert hält der traditionelle Sonntag, wie geht die Agrargesellschaft mit dem Schöpfungs-auftrag um und welcher Aufholbedarf besteht am gesellschaftlichen Ansehen der Bauern? Dem voraus geht die Annahme, dass der katholische Glaube agrarsoziologisch tief verwurzelt ist und die Erkenntnis, dass Katholizismus und Liberalismus vordergründig zwei sich konkurrierende Lehrweisen sind. Die österreichische Situation jeweils zu Beginn der Sechziger- und Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts zeigt neben Sozialer Marktwirtschaft, wachsender Prosperität und funktionierendem Wohlfahrtsstaat auch Widersprüche und Spannungsfelder auf, die sich aufgrund dieses Machtgerangels im Lebensalltag der Bauern und Landwirte auftun.

Zusammenfassung (Englisch)

Three distinct systems, that have established themselves partly over multiple centuries, and have already passed their climax, are now in intentions to position themselves in todays society: the Church, peasantry, and liberalism. Which will have the greatest impact on Austrian society, and which, disregarding their past, will leave its mark the most on the second half of the 20th century? Will agriculture and its societies enter into a new relationship of dependency, or will they follow an entirely different, autonomous path? Will they be lead by their belief and their religion more than by a society of economic liberalism and is the temptation of capitalist profit-maximisation too strong after all? To what extent can Catholicism and liberalism find space within peasant communities, or which will oust the other? Exceptions should not be overlooked, however it is important to research the general trend. Based on an analysis of two papal encyclicals the position of the Roman Catholic church concerning liberalism and peasant communities will be discussed.

Three detailed aspects of what the church demands of the agrarian society will be looked at concerning the traditional Sunday rituals, the demand of creation, and to what extent the church needs to re-establish its reputation amongst the farmers. The position assumed by this paper is that the Roman Catholic belief is deeply routed in peasantry, and that Catholicism and liberalism represent two competing philosophies. On the one hand, the Austrian society during the beginning of the 1960s, as well as during the beginning of the 1980s show Social Market Economy, growing prosperity, and a proper welfare system. On the other growing tensions, and contradictions that stem from this power struggle in the daily lives of farmers.