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Titelaufnahme

Titel
Emotionen im professionellen Feld der geriatrischen Versorgung : theoretische Überlegungen und empirische Befunde zur emotionalen Komponente institutionalisierten Handelns in der systemübergreifenden Zusammenarbeit von Pflegekräften / eingereicht von Margit Mayr
Weitere Titel
Emotions in the professional field of geriatric care: theoretical considerations and empirical evidence regarding emotions within the institutionalized practice and the trans-sectoral collaboration of nursing staff
AutorInnenMayr, Margit
Beurteiler / BeurteilerinPernicka, Susanne ; Mätzke, Margitta
Betreuer / BetreuerinPernicka, Susanne
ErschienenLinz, 2017
Umfang282 : Illustrationen
HochschulschriftUniversität Linz, Dissertation, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)österreichisches Versorgungssystem / Pflege / Alterspatienten / Praxistheorie / institutionelle Logiken
Schlagwörter (EN)Austrian health care system / care / geriatric patients / theory of practice / institutional logics
Schlagwörter (GND)Gesundheitswesen / Geriatrie / Pflege
URNurn:nbn:at:at-ubl:1-17977 Persistent Identifier (URN)
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Emotionen im professionellen Feld der geriatrischen Versorgung [3.47 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Integrierte Versorgung wird im österreichischen Gesundheitssystem bereits in Teilbereichen umgesetzt, indem die verschiedenen Fachdisziplinen und Sektoren zur systemübergreifenden PatientInnenversorgung vernetzt werden, um die Qualität der Versorgung an Schnittstellen zu steigern und die Kosten zu reduzieren. Trotz aller Bemühungen sind jedoch Probleme in der Zusammenarbeit zwischen den AkteurInnen der Gesundheits- und Altenpflege feststellbar. Die vorliegende Dissertation beschäftigt sich deshalb mit den Konflikten zwischen diesen Praxisfeldern und stellt die Frage, welche Bedeutung diese für die emotionale Komponente der Praktiken haben. Dabei nimmt sie die größte Berufsgruppe des österreichischen Versorgungssystems in den Blick: die Pflegeprofession. Neben den professionellen AkteurInnen werden außerdem die AlterspatientInnen und ihre pflegenden Angehörigen als AkteurInnen des Pflegefeldes konzipiert und als wichtigster Bezugspunkt ins Zentrum der Untersuchung gestellt.

Zur Konzeption des Pflegefeldes dient Bourdieus Praxistheorie (1979). Auf theoretischer Ebene wird außerdem das Konzept der institutionellen Logiken (Friedland/Alford 1991; Thornton/Ocasio 1999) herangezogen. Mit der Zusammenführung dieser beiden Theorien über den Faktor Emotion, entwickelt die Forschungsarbeit einen Vorschlag für eine praxistheoretische Institutionenanalyse. Methodisch wird der qualitativen Forschungsstrategie und dem Konzept der Methodentriangulation gefolgt, wobei das Herzstück der Untersuchung eine qualitative Sekundärdatenanalyse darstellt.

Die Untersuchungsergebnisse bieten einen fundierten Einblick in das Pflegefeld. Sowohl aus der Perspektive der Pflegekräfte als auch der SystemnutzerInnen werden Einsichten zum Kräfte- und Kampffeld der Pflege (Bourdieu) und den emotionalen Komponenten des Handelns vorgestellt. ExpertInneninterviews mit PatientInnenanwältInnen ergänzen diese Einsichten und leiten in eine theoretische Diskussion zur gegenwärtigen und zukünftigen Position der AlterspatientInnen im professionellen Feld der Versorgung über. Vor diesem Hintergrund werden die dominierenden Logiken im Versorgungssystem sowie die Chancen einer möglicherweise erstarkenden PatientInnenmacht diskutiert.

Um Pflege und Betreuung zukünftig sicherstellen zu können, wird das Feld neue Denk- und Handlungsmuster benötigen: die berufliche Pflege ist in ihrer Position wesentlich zu stärken und die pflegenden Angehörigen benötigen als wichtigste Säule des Pflegesystems mehr fachliche und psychologische Begleitung. Was die Position der AlterspatientInnen im professionellen Feld der geriatrischen Versorgung betrifft, gelangt die Forschungsarbeit zu einem eher ernüchternden Befund.

Zusammenfassung (Englisch)

In some areas the Austrian health care system has already implemented the concept of ‚integrated care‘, which means the collaboration of different disciplines and sectors for a trans-sectoral care for patients, to foster the quality of care at transitions and to reduce costs. Despite all efforts, problems between stakeholders of the health care and geriatric care arise. Therefore, the present dissertation deals with the conflicts between those fields of practice and focuses on the effects of those conflicts on actors emotions. As professional actors, the perspective of nursing staff, representing the biggest occupational group in the Austrian health care system, is captured. Beside the professional actors, the geriatric patients and their caring relatives are also conceptualised as actors of the care system. Those actors and their emotions are therefore central elements of the dissertation.

In the theoretical basis of the dissertation two theoretical perspectives the theory of practice (Bourdieu 1979) and the concept of institutional logic (Friedland/Alford 1991; Thornton/Ocasio 1999) are combined to create a new framework. The new framework focuses on the factor emotion and helps to analyze institutions in a practice theoretical understanding. The research uses qualitative methods and a triangulation of methods, as well as many actors perspectives for valid and generalizable results. The main parts of the research utilizes a qualitative secondary data analysis.

Based on the new theoretical framework, the results provide helpful insights into the Austrian care system. Based on the perspective of professional and non-professional actors, the results highlight fields of power and competition (Bourdieu) and the emotional aspect of practices. Interviews with patients` ombudsmen complement the results und discuss recent and future aspects of geriatric patients position in the professional field of geriatric care. Key elements of the care system are the dominating logics, which might be challenged in the future trough a new power in the system, which is the power of patients.

To prepare the care system for the future, this field needs new models of thinking and practice. The position of professional nursing staff needs to be strengthened in comparison to other health professionals. Caring relatives, as an important resource within the care system, need to get more professional and psychological support and supervision. Regarding the empowerment of geriatric patients within the care system, the dissertation documents rather disillusioning evidence.

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