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Titelaufnahme

Titel
Ende des Opfermythos? Die Waldheimaffäre und der Wandel in der Gedächtniskultur Österreichs nach 1986 am Beispiel der KZ Gedenkstätte Mauthausen und deren Umfeld / eingereicht von Judith Valtl, BEd
AutorInnenValtl, Judith
Beurteiler / BeurteilerinGugglberger, Martina
ErschienenLinz, 2018
Umfang120 Blätter
HochschulschriftUniversität Linz, Masterarbeit, 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Waldheim / Gedächtniskultur / KZ Gedenkstätte Mauthausen
Schlagwörter (GND)Zeitgeschichte <Fach> / Politische Bildung / Mauthausen / Waldheim, Kurt
URNurn:nbn:at:at-ubl:1-21237 Persistent Identifier (URN)
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Ende des Opfermythos? Die Waldheimaffäre und der Wandel in der Gedächtniskultur Österreichs nach 1986 am Beispiel der KZ Gedenkstätte Mauthausen und deren Umfeld [1.4 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Durch die Kandidatur von Kurt Waldheim wurde das Jahr 1986 zum Auftakt der intensiven Auseinandersetzung Österreichs mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit. Viele Argumentationsmuster wie Pflichterfüllung, oder auch erstes Opfer des Nationalsozialismus zu sein, hielten nicht mehr stand. Der Beginn des Wahlkampfes war gekennzeichnet von einer enormen Medienpräsenz nationaler, aber auch internationaler Medien. Eine besondere Stellung ist hier dem Nachrichtenmagazin „Profil“ zuzuschreiben, das sich über Monate hindurch mit der Vergangenheit Waldheims auseinandersetzte. Immer wieder versuchte Waldheim die Wogen zu glätten und durch die Aussage „Ich habe nur meine Pflicht getan“ das Thema zu beenden. Mit dieser Aussage konnte sich besonders die Kriegsgeneration identifizieren. Die jüngere Generation gab sich damit nicht zufrieden. Sie wollte Aufarbeitung, vielleicht stellvertretend für die ungewisse Vergangenheit ihrer Eltern- und Großelterngeneration. Ein Grund für die nun beginnende Aufarbeitung ist auch ein Generationswechsel in der Wissenschaft. Die Kriegsteilnehmer wurden Großteils abgelöst durch eine neue Wissenschaftsgeneration, die die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges mit einem gewissen Abstand betrachten konnten. Parallel dazu vollzog sich auch ein Wandel in der Gedenkstättenarbeit. Es wurden neue pädagogische Konzepte entwickelt. Die große Herausforderung war schon damals die Diversität dieser Gruppen, die verschiedene Betreuungskonzepte erfordert hätten. Immer wieder scheiterten diese Vorhaben allerdings an den dafür nötigen Organisationsstrukturen. Seit dem Jahr 2007 ist nun die pädagogische Arbeit in der Gedenkstätte Mauthausen ein etablierter Bereich in der Gedenkstättenarbeit. Durch die 2013 eröffnete neugestaltete Ausstellung und die stetig wachsenden Angebote für BesucherInnen Gruppen, wurde die pädagogische Arbeit ein wichtiger Bestandteil in der Gedenk-stätte Mauthausen. Im Jänner 2017 kam es zu einer Neuorganisation der Gedenk-stätte Mauthausen. Sie wurde in die Bundesanstalt Mauthausen-memorial umgewandelt und damit strukturell neu organisiert. Der Wandel in der Gedenkkultur Österreichs ist seit Mitte der 1980er Jahre im Entstehen und Bestehen von Gedenkinitiativen sichtbar geworden. Sowohl lokal als auch österreichweit beschäftigen sich heute Organisationen und Gruppen mit der Geschichte der Täter und der Opfer des Zweiten Weltkrieges. Während es in der Nachkriegszeit hauptsächlich Überlebende waren, die das Gedenken und Erinnern aufrecht erhielten, übernahmen diese Aufgabe in den letzten Jahrzehnten zunehmend offizielle Stellen, HistorikerInnen und Verantwortliche von Vereinen und Gedenkinitiativen.

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