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Titelaufnahme

Titel
Die Entscheidungsnützlichkeit des fair value accounting für Kapitalmarktentscheidungen ein Literaturüberblick über die Erkenntnisse der behavioral accounting research / eingereicht von Daniela Mairhofer
AutorInnenMairhofer, Daniela
Beurteiler / BeurteilerinRohatschek, Roman
ErschienenLinz, 2018
UmfangVIII, 213 Blätter : Illustrationen
HochschulschriftUniversität Linz, Diplomarbeit, 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Kapitalmarktentscheidung / Entscheidungsnützlichkeit
Schlagwörter (EN)fair value / fair value accounting / behavioral accounting research
Schlagwörter (GND)Kapitalmarkt / Entscheidungsfindung
URNurn:nbn:at:at-ubl:1-23864 Persistent Identifier (URN)
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Die Entscheidungsnützlichkeit des fair value accounting für Kapitalmarktentscheidungen ein Literaturüberblick über die Erkenntnisse der behavioral accounting research [1.64 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Internationale Standardsetzer schreiben vermehrt eine Bewertung zum fair value vor bzw. ermöglichen Wahlrechte zur Anwendung einer fair value-Bewertung. Im Zuge dieser Hinwendung zum fair value accounting wird gleichermaßen bereits von einem Paradigmenwechsel der internationalen Rechnungslegung gesprochen. Durch den verstärkten Einsatz des fair value accounting soll die zentrale Fokussierung der Entscheidungsnützlichkeit internationaler Abschlüsse besser wahrgenommen werden. Um den Bewertungsmaßstab fair value ranken sich jedoch kontroverse Diskussionen, wobei vor allem das Spannungsverhältnis zwischen der Relevanz und der Verlässlichkeit von fair value-Bewertungen debattiert wird. Eine Analyse der Entscheidungsnützlichkeit von fair value-Bewertungen stellt sich aufgrund dieses Spannungsfeldes schwierig dar. In diesem Zusammenhang bietet die verhaltensorientierte Rechnungslegungsforschung die Möglichkeit der Untersuchung der individuellen Entscheidungsprozesse der Abschlussadressaten. Dies ermöglicht weiters auch eine getrennte Analyse der Wahrnehmung von Relevanz bzw. Verlässlichkeit. Ergebnisse der behavioral accounting research weisen unter anderem auf die Notwendigkeit einer differenzierten Analyse der Qualitätskriterien von fair value-Bewertungen auf unterschiedlichen Hierarchielevels hin, da die Entscheidungsnützlichkeit einer fair value-Bewertung letztlich von den verwendeten Inputfaktoren der Bewertung abhängt. Für mark-to-market fair value-Bewertungen wird eine hohe Entscheidungsnützlichkeit nachgewiesen, da diese Bewertung sowohl die geforderte Relevanz als auch die notwendige Verlässlichkeit erfüllt. Empirische Erkenntnisse verdeutlichen in diesem Zusammenhang insbesondere eine höhere Relevanz von fair value-Bewertungen für bestimmte Bilanzpositionen, was für die Etablierung eines mix model-Konzeptes spricht. Auch fair value-Bewertungen mit Inputfaktoren des zweiten Levels können als entscheidungsnützlich angesehen werden, da Abschlussadressaten faktisch nur zwischen mark-to-market fair value-Bewertungen und Level 3 fair value-Bewertungen unterscheiden, wobei die Hierarchielevel 1 und 2 von Adressaten gleichgesetzt werden. Eine Betrachtung der Entscheidungsnützlichkeit von fair value-Bewertungen des dritten Hierarchielevels basierend auf den Erkenntnissen der behavioral accounting research zeigt ebenso eine hohe Relevanz aufgrund der Zeitnähe. Die Verlässlichkeit wird demgegenüber als sehr eingeschränkt wahrgenommen, wodurch die Entscheidungsnützlichkeit dieses Wertmaßstabes auf Basis der bisherigen empirischen Forschung nicht bestätigt werden kann. Problematisch erweist sich in diesem Zusammenhang auch die Substitutionsheuristik, welche ein Wirken der wahrgenommenen Verlässlichkeit auf die wahrgenommene Relevanz bestimmter Rechnungslegungsinformationen beschreibt. Durch diese Wahrnehmungsverzerrung wirkt sich die eingeschränkte Verlässlichkeit von fair value-Bewertungen des dritten Hierarchielevels verstärkt auf deren Entscheidungsnützlichkeit aus. Fair value-Bewertungen mit nicht beobachtbaren Inputparametern entsprechen dadurch nicht dem deklarierten Ziel der Entscheidungsnützlichkeit von Rechnungs legungsinformationen, welches das IASB für internationale Jahresabschlüsse definiert hat. Zusammenfassend lässt sich mithilfe der verhaltensorientierten Rechnungslegungsforschung durchaus die Entscheidungsnützlichkeit von fair value-Bewertungen analysieren. In diesem Zusammenhang erweist sich insbesondere durch die Analyse des individuellen Entscheidungsprozesses ein großer Nutzen. Aufgrund zahlreicher Forschungslücken, die vor allem durch die Vertiefung bestehender Forschungsansätze und Ausweitung vorhandener Forschungsfragen repräsentiert werden, kann mit hohen Erwartungen in die Zukunft dieses Forschungsfeldes geblickt werden. Insbesondere der Effekt der Veröffentlichung des neuen Rahmenkonzeptes Ende März 2018 auf die Wahrnehmung der fair value-Bewertungen kann mit Spannung erwartet werden. In diesem Zusammenhang wird sich auch zeigen, ob das Weglassen des Begriffes Verlässlichkeit als fundamentales Qualitätskriterium tatsächlich mit einem weniger missverständlich wahrgenommenen Konzept der Entscheidungsnützlichkeit einhergeht oder ob dadurch eine Fokussierung der Relevanz erreicht werden soll, um die Hinwendung zum fair value accounting zu rechtfertigen. Der aktuelle Forschungsstand lässt jedenfalls eine weiter fortschreitende Fokussierung der fair value-Bewertungen vermuten, welche schließlich auch Gegenstand der zukünftigen verhaltensorientierten Rechnungslegungsforschung sein wird.

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