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Bibliographic Metadata

Title
Die Relevanz schulischer Qualitätssiegel : Warum lassen sich berufsbildende Schulen freiwillig zertifizieren? / eingereicht von Klaus Draxler
AuthorDraxler, Klaus
CensorAltrichter, Herbert
Thesis advisorAltrichter, Herbert
PublishedLinz, 2018
DescriptionX, 146 Blätter : Illustrationen
Institutional NoteUniversität Linz, Diplomarbeit, 2018
Annotation
In Zusammenarbeit mit der LInz School of Education (LSEd), Abteilung f. Bildungsforschung
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (DE)Schule / Qualitätssiegel / Zertifizierung / Qualitätsmarke ÜFA / COOL / gesunde Schule OÖ / ÖKOLOG
Keywords (GND)Schule / Zertifizierung / Qualität
URNurn:nbn:at:at-ubl:1-24074 Persistent Identifier (URN)
Restriction-Information
 The work is publicly available
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Die Relevanz schulischer Qualitätssiegel [1.21 mb]
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Abstract

Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Relevanz von freiwilligen schulischen Qualitätssiegeln und versteht sich als erster Überblick über diese Thematik, da sowohl der theoretische als auch der empirische Wissensstand sehr gering sind. Es soll herausgefunden werden, warum sich berufsbildende kaufmännische höhere Schulen freiwillig zertifizieren lassen, welche möglichen Vor- und Nachteile bzw. positiven und negativen Aspekte die einzelnen Siegel mit sich bringen und welche Rolle Schulqualität allgemein für diverse schulische Akteure besitzt. Es wurden Interviews an drei Handelsakademien in Oberösterreich durchgeführt, wobei jede Schule mindestens zwei freiwillige Qualitätssiegel vorweisen konnte. In der Stichprobe enthalten waren schließlich die Qualitätsmarke ÜFA, ÖKOLOG, COOL sowie Gesunde Schule OÖ. Die Interviewpartner/innen waren die drei Direktoren, verantwortliche Lehrer/innen, an Zertifizierungen unbeteiligte Lehrer/innen sowie Schüler/innen, wodurch sich insgesamt 17 Leitfadeninterviews ergaben. Die Interviews wurden aufgezeichnet, transkribiert und anhand induktiv und deduktiv gebildeter Kategorien ausgewertet. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass sich die drei Schulen primär aufgrund von Marketingaspekten freiwillig zertifizieren lassen. Die Siegel sollen das Image verbessern und jährlich potentielle Schulanfänger/innen von dieser Bildungseinrichtung überzeugen. Diese Qualitätssiegel spielen aber gemäß den Schüler/innen/antworten bei der Schulwahl keine Rolle. Gemäß den Einschätzungen der Lernenden legen aber möglicherweise die Eltern mehr Wert darauf. Ein weiterer Zertifizierungsgrund kann in einer hohen intrinsischen Motivation bestimmter Lehrpersonen gesehen werden. Darüber hinaus wurden allgemeine positive und negative Aspekte eruiert. Zu den positiven Effekten zählen eine Imageverbesserung, ein gesteigertes Qualitätsbewusstsein sowie eine höhere Motivation vor allem bei den Schüler/inne/n. Negativ ist der hohe Arbeitsaufwand für einige Lehrpersonen, das geringe Feedback von Kolleg/inn/en sowie die bereits angesprochene geringe öffentlichkeitsbezogene Wirkung. Zusätzlich herrscht Einigkeit, dass derartige Siegel in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Hier werden Zertifikate im Bereich e-Education und Employability vermutet. Weitere Auswirkungen, wie beispielsweise die Beziehungen zwischen Lehrer/inne/n und Schüler/ inne/n oder die unterrichtsbezogenen Veränderungen, müssen für jedes Qualitätssiegel individuell betrachtet werden, da aufgrund der großen inhaltlichen Breite der Siegel allgemeine Aussagen nicht zuverlässig sind. Bei der Qualitätsmarke ÜFA wird z. B.: die Struktur im Unterricht und das sehr prozess- und outputorientierte Arbeiten gelobt, während die geringe Bekanntheit in der Öffentlichkeit und die teilweise sinnlosen Anforderungen kritisiert werden. Bei Gesunde Schule OÖ liegen die Vorteile eindeutig in der gesundheitsbezogenen Wirkung durch die einzelnen Projekte, wobei bei diesem Siegel von einem überdurchschnittlich hohen Arbeitsaufwand berichtet wird. Das COOL-Siegel besticht durch einen innovativen Charakter und kann nachhaltig den Unterricht und die Beziehungen zwischen Lehrer/inne/n und Schüler/inne/n verändern. Allerdings kann hier das Kollegium gespalten werden, es herrscht ein permanenter Innovationsdruck um die Re-Zertifizierung zu meistern und der Unterricht ist sehr stark von den einzelnen COOL-Arbeitsaufträgen abhängig. Für ÖKOLOG spricht der geringe Arbeitsaufwand und die gute Integration von ökologischen Aspekten im Unterricht und im Schulalltag, wobei dieses Siegel primär für Volksschulen und Neue Mittelschulen geeignet ist. Zudem wurde weiterer Forschungsbedarf identifiziert. Dieser bezieht sich beispielsweise auf andere, nicht in dieser Arbeit betrachtete Siegel oder auf Schulen, die eher wenig freiwillige Zertifizierungen haben bzw. bewusst auf bestimmte Siegel verzichten.

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