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Titelaufnahme

Titel
Mütterliche Berufstätigkeit und sozioemotionale Kindesentwicklung im Kontext von Belastungsaspekten und Erwerbsbedingungen : ein Vorurteil als Reformblockade? / vorgelegt von Philipp Gerhartinger
VerfasserGerhartinger, Philipp
Begutachter / BegutachterinBacher, Johann ; Gerich, Joachim
Erschienen2015
Umfang255 S. : graph. Darst.
HochschulschriftLinz, Univ., Diss., 2015
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Kindesentwicklung / sozioemotional / explorative Pfadanalyse / Bindungstheorie / Stresstheorie / Arbeitsbedingungen
Schlagwörter (EN)child development / socioemotional / explorative path analysis / attachment theory / stress theory / working conditions
Schlagwörter (GND)Österreich / Frau / Mutterschaft / Berufstätigkeit / Arbeitsbedingungen / Arbeitsbelastung / Kind / Sozialverhalten / Emotionales Verhalten / Persönlichkeitsentwicklung
URNurn:nbn:at:at-ubl:1-2736 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
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Mütterliche Berufstätigkeit und sozioemotionale Kindesentwicklung im Kontext von Belastungsaspekten und Erwerbsbedingungen [6.11 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen mütterlicher Erwerbstätigkeit während der ersten drei Lebensjahre von Kindern auf den Stand ihrer sozioemotionalen Entwicklung im letzten Kindergartenjahr. Bisherige Studien zeichnen hierzu kein eindeutiges Bild. Jedenfalls kommt aber Mediatoren eine wesentliche Rolle im Zwischenspiel von mütterlicher Berufstätigkeit und kindlicher Entwicklung zu. Eine Berufstätigkeit ist mit zahlreichen Veränderungen verbunden. So kann etwa manifester Stress eine Begleiterscheinung der Berufstätigkeit sein. Dieser wiederum wird nicht nur vom Arbeitsausmaß der mütterlichen Berufstätigkeit, sondern vor allem auch von der Arbeitsqualität beeinflusst. Genau darauf wird in der Dissertation ein spezielles Augenmerk gelegt.

Theoretisch stützt sich die Arbeit auf ein Rahmenmodell, welches mütterliche Berufstätigkeit als eine Beanspruchung im Leben einer Mutter betrachtet, die gepaart mit weiteren Beanspruchungen zu chronischer Belastungen und der Manifestation von Stress führen kann. Manifester Stress kann seinerseits elterliches Verhalten maßgeblich beeinflussen.

Elterliches Verhalten, in Form der Qualität und Quantität von Mutter-Kind Interaktionen, kann weiterführend die Bindung zwischen Mutter und Kind beeinflussen, welche maßgebend für die sozioemotionale Entwicklung der Kinder ist. Die Arbeit bedient sich demnach zweier Theorien, einerseits der Stress- und andererseits der Bindungstheorie.

Die Zusammenhänge zwischen der mütterlichen Berufstätigkeit, den postulierten Mediatoren und der sozioemotionalen Kindesentwicklung werden anhand bivariater und multivariater Analyseverfahren statistisch geschätzt. Grundlage hierfür sind Daten aus einer eigens durchgeführten Primärerhebung.

Bivariat bestehen keine wesentlichen Zusammenhänge zwischen der Berufstätigkeit und der Entwicklung. Das gilt sowohl hinsichtlich der grundsätzlichen Berufstätigkeitsentscheidung, des Berufstätigkeitsausmaßes und des Zeitpunktes der Berufstätigkeit. Sehr wohl gibt es aber bivariate Zusammenhänge zwischen der Arbeitsqualität und der Entwicklung. Es zeigen sich dabei ausschließlich positive Zusammenhänge zwischen den Entwicklungsfaktoren und der Arbeitsqualität.

Auch die multivariaten Analysen zeigen, dass die Arbeitsqualität die eigentlich maßgebende Variable im Zwischenspiel von mütterlicher Berufstätigkeit und sozioemotionaler Entwicklung ist. Das Arbeitsausmaß der Mutter steht demgegenüber in keinerlei direktem oder indirektem Zusammenhang mit der Entwicklung. Eine Berufstätigkeit mit guter Arbeitsqualität hat keinerlei negative Auswirkungen auf die Entwicklung.

Eine Berufstätigkeit mit schlechter Arbeitsqualität führt hingegen im Vergleich zu keiner Berufstätigkeit einerseits zu einer niedrigeren Interaktionsfrequenz und andererseits zu einer höheren chronischen Belastung, was weiterführend auch Effekte auf die sozioemotionale Entwicklung der Kinder haben kann.

Zusammenfassung (Englisch)

This dissertation deals with the impact of maternal employment during the first three years of a child's life on the level of the child's socioemotional development in its last year of kindergarten.

Previous relevant studies did not yield clear-cut results concerning this relationship. By all means, mediators do play an important role in between maternal employment and the child's development. Maternal employment does result in several changes. Manifestation of stress might be one aspect accompanying maternal employment. Stress, however, does not only result from the amount of work, but especially from the quality of work. Thereon the dissertation turns special attention to.

The study does draw on a theoretical model that regards maternal employment as one demand in a mother's life. Together with further demands that might lead to chronic strain and the manifestation of stress. Stress can in turn influence parenting practises. Parenting practises - in the form of the quality as well as quantity of mother-child interactions - can furthermore influence the attachment between mother and child, which is relevant for the socioemotional development of the child. Accordingly, the dissertation refers to two theories, the stress theory on the one hand and the attachment theory on the other hand.

The relationship between maternal employment, the postulated mediators and the socioemotional child development is being statistically tested on the basis of bivariate and multivariate analytical methods. Basis for that was data from a primary data collection.

The results do not show any bivariate relationships between the maternal employment and the child development. This is true for the general employment decision, the amount of work and the time of employment.

However, there are bivariate connections between the quality of work and the child development. The results only show positive correlations between the development factors and the quality of work.

Also the multivariate analysis show, that the quality of work is the relevant predictor in between maternal employment and child development.

The amount of maternal employment in contrast does not have any direct or indirect relation with the child development. High quality maternal employment does not have any negative effects on the development. Low quality maternal employment on the other hand does lead to lower frequency of mother child interactions and higher chronic strain compared to non-employed mothers. This in turn can have effects on the child socio-emotional development.